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Süddeutsche Zeitung, February 27, 2019
Framing-Manual: Die Macht der Worte

Die Zeit, February 27, 2019
Ich bin schockiert über die Vorwürfe

IN EIGENER SACHE: KLARSTELLUNG ZUR AKTUELLEN DEBATTE
Erläuterung zur Tätigkeit für die öffentlich-rechtliche ARD

In den vergangenen Tagen wurde ein zwei Jahre altes Dokument für die öffentlich-rechtliche ARD zum Thema in den Medien. Dabei kam es in der öffentlichen Debatte zu unterschiedlichsten Interpretationen über Form und Inhalte der Zusammenarbeit. Darum folgende Klarstellung in eigener Sache zur aktuellen Debatte: 

In jeder Debatte der Demokratie geht es um Fakten. Diese werden von unterschiedlichen Seiten durch Worte unterschiedlich interpretiert – je nach Standpunkt. Die Worte, mit denen das getan wird, sind stets mit unterschiedlichen Bedeutungen aufgeladen. Ein bewusstes Einordnen und Verwenden von Sprache ist damit zentral für eine klare Kommunikation der eigenen Einordnung von Fakten. Oder, wie es im thematisierten Dokument heißt: "Eine Kommunikation der Prinzipien ist nicht nur maximal wirkkräftig. Sondern es ist auch maximal ehrlich, authentisch und demokratisch, diese Prinzipien zu kommunizieren."

Denn: Sprache schafft Bewusstsein.

Zur Klarstellung des Auftrags

Inhalt des Auftrages des MDR während seines ARD-Vorsitzes war es, die Kommunikation der öffentlich-rechtlichen ARD als Institution zu analysieren und auf Basis der wissenschaftlichen Erfahrung aufzuzeigen, welche Alternativen zu welchen Worten mit welchen Bedeutungsinhalten besetzt sind.

Und zwar, um der Institution ARD darin eine gedankliche Grundlage zu schaffen für eine Kommunikation, die auf Basis der unbestrittenen Fakten den tatsächlichen Wert des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die Demokratie schon auf den ersten Blick besser erkennbar macht. 


Zur Charakteristik des Dokuments

Dies umfasste die (qualitative) Analyse der Sprache, die die Institution ARD in ihrer Kommunikation aktuell nutzt. Die zu analysierende Sprache wurde dabei von der ARD vorgegeben (Pressemitteilungen, Texte, Schlagwortlisten). 

Darüber hinaus umfasste es die Skizzierung von gedanklich-sprachlichen Konzepten, welche Auftrag und Bedeutung der öffentlich-rechtlichen ARD besser greifbar machen als bisher. 

Die vorgegebenen Themen und Einordnungen zu Auftrag und Bedeutung der öffentlich-rechtlichen ARD wurden in Workshops (bei meiner Anwesenheit) diskutiert und im finalen Dokument auch entsprechend abgebildet. Darum finden sich auch Begrifflichkeiten darin, die keineswegs als Empfehlung anzusehen sind. Das Ergebnis dieser Workshops wurde zusammenfasst und ergänzt, sowie auf Inkohärenzen hingewiesen. 

Das Dokument wurde als interne Arbeits- und Diskussionsunterlage verfasst, um damit eine breite Grundlage an Optionen zu haben, was davon für eine etwaig daraus abzuleitende Kommunikationsmaßnahmen genutzt werden soll, und was jedenfalls nicht.

Als Wissenschaftlerin ist es wichtig, Menschen und Institutionen die volle Bandbreite der Disziplin des Framing aufzuzeigen, damit sie selbst entscheiden können, was sie davon nutzen wollen, und was nicht. 

Weitere Hintergründe zum Thema Framing finden Sie in den dazu verfassten Büchern und wissenschaftlichen Arbeiten, siehe dazu u.a. HIER.