Populism and Its Moral Siblings

by Elisabeth Wehling, Jamie Bartlett, & Richard Norrie

Anti-establishment populist parties and movements, both left and right, have become a force to be reckoned with in many European countries. From Syriza in Greece to the Front National in France, there is growing support for parties which offer an alternative vision from the mainstream parties.

This report offers a new way to analyse anti-establishment populist parties and movements: by looking past policy positions and at the underlying moral frames and morally-driven attitudes of populist supporters. By conducting questionnaires using the Moral Politics Scale, the moral beliefs of over 5,000 online supporters of populist parties across Europe are gauged and examined in relationship to policy stances, family values, and moral beliefs.

The research finds that the moral beliefs and attitudes of right- and left-wing populist followers often overlap with this elf the left and right mainstream, despite their differences in rhetoric. Thus, the question of whether morally conservative or progressive voters support a populist or mainstream party might to part depend on what political groups communicate those moral beliefs more authentically.

 

Der gedankliche Abbau sozialdemokratischer Werte (Conceptual Discourse Analysis of the the British, Italian, German, and Austrian Discourses on Social Inequality)

by Elisabeth Wehling

Politisches Denken ist ein bewusster, kontrollierbarer Prozess. Demokratie ist nur möglich, weil Bürger soziale Gegebenheiten den gleichen 'rationalen' Sinn zuschreiben können. Mangelt es an Unterstützung für ein politisches Vorhaben, gilt es, mehr Fakten auf den Tisch zu legen. Das sind gängige Mutmaßungen darüber, wie politische  Kommunikation und Meinungsbildung funktionieren. Sie sind veraltet.

Wir wissen aus der Kognitions- und Neuroforschung: Denken ist größtenteils unbewusst. Es ist strukturiert durch kognitive Frames, die Fakten erst ihren Sinn verleihen. Frames in der Politik sind immer ideologisch selektiv, schreiben Gegebenheiten unterschiedliche - ja sogar gegensätzliche - Bedeutungen zu.

In der politischen Debatte sind Frames durch unterschiedliche Wertesysteme geprägt: konservative und progressiv. Eine pluralistische Debatte bedeutet immer, politische Themen innerhalb der moralischen Frames beider Lager zu diskutieren. Wahre Transparenz braucht gedankliche Klarheit und sprachliche Offenheit über Werte. 

Diese Studie umreißt zunächst die Grundlagen der werte-basierten politischen Meinungsbildung. Anschließend wird analysiert, welche Werte denjenigen Frames zugrunde liegen, die derzeit in vier EU-Ländern zu den Themen Gleichstellung, Bildung, Integration, und Sozialleistungen strukturieren. Abschließend wird skizziert, wie ein Framing der Debatten aufgrund sozialdemokratischer Werte gedankliche Alternativen bieten kann. 

 

Die neue Sprache der Sozialdemokratie (Conceptual Discourse Analysis of the Language of the British Election Campaigns 2010) 

by Elisabeth Wehling & George Lakoff

Besteht nicht genügend Klarheit über politische Ideen, so findet sich schwer die richtige Sprache - im Wahlkampf und darüber hinaus. 

Viele sozialdemokratische Parteien in Europa haben diese Realität noch nicht verinnerlicht. Anstatt ihre Positionen als Teil einer moralischen Weltanschauung verständlich zu machen, kommunizieren sie ihre Ideen einzeln und führen oft Fakten und Zahlen ohne sinngebende Frames - als gedankliche Deutungsrahmen - auf, in dem Bemühen, das Eigeninteresse der Wählerschaft anzusprechen. 

Diese Fallstudie zeigt anhand von Beispielen aus dem britischen Wahlkampf 2010, welchen kognitiven und sprachlichen Herausforderungen sich die sozialdemokratische Bewegung in Europa gegenüber sieht und wie es ihr gelingen kann, effizienter und ehrlicher zu kommunizieren.  

 

Politische Kommunikation, die ankommt (Conceptual Discourse Analysis of the German Conservative, Social-Democratic and Libertarian EU-Election Campaigns 2009) 

by Elisabeth Wehling

Die Beteiligung an der Europawahl 2009 bezeichnet ein dramatisches Tief. Als großer Verlierer gilt die SPD, die zu wenige Wähler mobilisieren konnte. 

Ein bisher wenig beachteter Faktor der sozialdemokratischen Wahlniederlage war die Sprache, mit der die politischen Vorstellungen der SPD für Europa vermittelt wurden - oder eben nicht vermittelt wurden. 

Poltische Sprache und politisches Denken sind untrennbar. Keine Beziehung zwischen Parteien und Wählern ist intimer, gewichtiger und birgt mehr Chance auf politische Ermächtigung durch Mehrheitsbildung in einer Demokratie als diejenige, die - von Gehirn zu Gehirn - über Sprache hergestellt wird. Besteht nicht genügend Klarheit über Ideen, so findet sich schwer die richtige Sprache - im Wahlkampf und darüber hinaus. 

Dieser Artikel verdeutlicht anhand einiger Sprachbeispiele aus den EU-Kampagnen, wie Gehirn und Sprache zusammenhängen, aufgrund welcher kognitiver Vorgänge eine besitmmte Wahlkampfsprache funktioniert und eine andere nicht, und was es zu beachten gilt, will man als Partei langfristig und einheitlich seine politischen Vorhaben auf eine Weise kommunizieren, die beim potentiellen Wähler auch "gedanklich ankommt".