Die Macht politischer Sprache

by Elisabeth Wehling, published in DAAD Letter 

Die Macht, die Sprache auf unser politisches Denken und Handeln ausübt, wird bis heute von vielen Bürgern, Politikern und Medienschaffenden vollkommen unterschätzt. Das liegt primär daran, dass wir völlig veraltete Vorstellungen davon haben, wie Sprache und Denken eigentlich funktionieren. Bis heute gehen viele davon aus, Denken fände vom Körper unabhängig statt. Wir hätten also einen Ratio, eine Vernunft, die getrennt ist von Emotionen und anderen Dinge, die wir als „körperlich“ einordnen, wie etwa Sinneseindrücke und Bewegungen.

 

Tatsächlich aber ist unser Verstand – unser Denken – auf das engste verflochten mit unserem Körper. Was ja bei genauer Betrachtung gar nicht so sehr erstaunt, denn Denken findet nun einmal im Gehirn statt, und das Gehirn ist ja fraglos Teil unseres Körpers. Unser Gehirn aktiviert beim Begreifen von Ideen und Worten eine Vielfalt körperlicher Erfahrungen. Die Kognitionswissenschaft nennt dieses Phänomen Embodied Cognition, also „verkörperlichte Kognition“.

 

Wann immer wir ein Wort hören, aktiviert unser Gehirn einen sogenannten Frame, also einen „Deutungsrahmen“, der unsere Welterfahrung zu dem Wort umfasst. Also all das, was wir aus unserer direkten Interaktion mit der Welt zu dem Konzept gelernt und im Gehirn abgespeichert haben. Dazu gehören etwa Bewegungen, Bilder, Gerüche, Geschmäcke, Geräusche und Emotionen: Wer Worte wie „dreckig“ und „schmierig“ liest, dessen Gehirn simuliert physischen Ekel. Wer „laufen“ oder „springen“ liest, dessen Gehirn simuliert im prämotorischen Zentrum Fußbewegungen. Wer „Zimt“ liest, dessen Gehirn wirft das Geruchszentrum an, und wer „Salz“ liest, dessen Geschmackszentrum wird aktiv. Nun, und sind Frames erst über Sprache aufgerufen worden, so bestimmen sie, wie wir eine Sache wahrnehmen und uns verhalten.

 

So, kommen wir also zur Politik. Die Politik ist sprachlich und gedanklich eine wahre Herausforderung, denn: der Mammutanteil politischer Ideen ist abstrakt! Oder haben Sie schon einmal Steuern angefasst, die soziale Marktwirtschaft gesehen, Sozialhilfe gerochen oder Umweltschutz gehört? Nein, natürlich nicht. Es gibt in unserer Erfahrungswelt keinen direkten Zugang zu diesen Ideen. Deshalb denken und sprechen wir über sie in Form sogenannter konzeptueller Metaphern. Konzeptuelle Metaphern helfen uns, abstrakte Dinge an direkte Erfahrungen anzubinden. Unsere Steuerdebatte etwa wimmelt nur so von Metaphern, die Steuern körperlich erfahrbar machen: Steuerbürde und Steuererleichterung machen Steuern zu einer schweren Last, Steueroase und Steuerparadies machen Orte mit Niedrigbesteuerung zu eine Ort des Schutzes und der Seligkeit. In unseren Debatten zur Fluchtbewegung aus Kriegsgebieten wie Syrien in Richtung europäischer Länder sprechen wir von einer Flüchtlingswelle, Flüchtlingsflut und sogar einem Flüchtlingstsunami und stellen fest, dass immer mehr Flüchtlinge ins Land strömten. Die Metapher, nämlich Flüchtlinge als Wassermassen, birgt eine Reihe implizierter Schlussfolgerungen, die unser kollektives Denken und Handeln rund im die Situation prägen: Flüchtlinge sind eine bedrohliche Flutwelle, die Länder, die von dieser Flut getroffen werden, sind die Opfer der Situation. Sie müssen sich abschotten gegen die Wassermassen, um ihr Wohlergehen und ihre Besitztümer zu schützen. Die Metapher schreibt Europa die Opferrolle zu, und sie entmenschlicht die Flüchtlinge: Das Bild von Wassermassen lässt keinen Raum für Individualität und Empathie.

Es ist völlig eindeutig: Frames – und insbesondere metaphorische Frames – prägen in erheblichem Umfang unsere politische Gestaltung! Sie binden abstrakte politische Konzepte über Simulationsprozesse unmittelbar an unsere Erfahrungswelt an, und machen sie damit „körperlich“. Und sind solche Frames erst einmal aktiviert – ja wem kann man dann noch vorwerfen, dass er von einer Steuerlast befreit und vor einer Flüchtlingswelle beschützt werden möchte! 

Sich den Einfluss von Sprache auf unser politisches Denken und Gestalten bewusst zu machen, das zählt heute zu den dringlichsten Aufgaben all jener, die demokra-tisch Politik gestalten: Bürger, Politik und Medien. Noch immer fehlt es an Bewusst-sein darüber, was die moderne Kognitionswissenschaft schon lange predigt: Spra-che ist keine Ergänzung zu politischer Gestaltung. Sprache ist politische Gestaltung.

 

It's a Man's Word: Beim Thema Sexismus verschlägt es den Deutschen die Sprache

by Elisabeth Wehling, published in Konkret

Das Thema Sexismus ist neu angekommen in Deutschland. Nach der Silvesternacht 2015 stand es für Wochen auf dem politischen Tagesmenü. „Sexualisierte Gewalt“ wurde zum Lieblingswort vieler Journalisten, Politiker und Bürger. Mehr Schutz vor Übergriffen wurde gefordert, die Politik reformierte ein wenig. Das „Nein“ zu sexuellen Handlungen etwa soll künftig als Indiz einer möglichen Nötigung oder Vergewaltigung gelten. Langsam, so scheint es, erkennt Deutschland seine sexistischen Altlasten und will sich von ihnen lösen.

Allerdings, es geht ungelenk vonstatten. Es hakt, im medialen Diskurs wie in der politischen Gestaltung. Seit April 2016 liegt ein Entwurf der Bundesregierung zur Änderung des Prostitutionsgesetzes vor. Wer Frauen einkauft, wissend, dass sie aus finanzieller oder persönlicher Not heraus angeboten werden, macht sich strafbar. Diese Sichtweise, die suggeriert, Frauen würden in aller Regel abseits solcher Zwänge verkauft, ist bestenfalls blauäugig. Die Osteuropäerinnen, die 80 Prozent der in Deutschland verkauften Frauen ausmachen, können nicht gemeint sein. Die über 50 Prozent prostituierter Frauen, die ihren Körper laut Studien als Erwachsene „freiwillig“ verkaufen, nachdem sie als Kinder sexuell missbraucht wurden, auch nicht.

Der fragwürdige Gesetzesentwurf passt in das Negativbild, das sich die Weltgemeinschaft schon länger gezwungenermaßen von uns macht. Deutschland beklatscht den Verkauf von Frauen an Männer augenzwinkernd als Zeichen sexueller Freiheit und Selbstbestimmung und ignoriert derweil internationale Abkommen zum Schutz vor sexueller Ausbeutung. Beispielsweise die UN-Konvention zur Bekämpfung des Menschenhandels und der Ausbeutung von Prostituierten, die besagt, Prostitution sei mit der Würde und dem Wert des Menschen unvereinbar, der Handel mit Frauen müsse bestraft werden. 91 Staaten unterzeichneten. Deutschland nicht. Und während Europa beginnt, Frauenkauf zu verbieten – etwa Norwegen, Schweden, Island und Nordirland, bald Irland und Frankreich – kaufen in Deutschland weiterhin täglich 1,2 Millionen Männer sexuellen Zugriff auf Frauen. Besonders begehrt scheinen Jugendliche. „Teenager“ war 2015 die meistabgerufene Kategorie im Geschäft mit der Online-Prostitution in deutschen Haushalten. Eine Anhebung des Mindestalters für den Verkauf der eigenen Sexualität von 18 auf 21 Jahren wies die Politik zurück, unter anderem schränke das die Berufsfreiheit jugendlicher Frauen ein. Zu dieser Freiheit zählt im Zeitalter der Online-Prostitution vor allem auch, sich von Männern missbrauchen und dabei filmen zu lassen. Eine Auswertung zeigte jüngst, dass über 80 Prozent der beliebtesten Online-Pornos körperliche Gewalt zeigen, wie Schläge, Würgen oder Anspucken, abgesehen von anderen noch brutaleren Dingen. Knapp 50 Prozent enthalten verbale Demütigungen wie „dumme Nutte“, „dreckige Hure“ oder „Stück Scheiße“. Längst hat die Gehirn- und Verhaltensforschung im flutartig Anstieg der Online-Prostitution ein wesentliches sozialpsychologisches Thema erkannt. Auf Hochtouren erforscht man unter anderem, wie sich der Konsum auf die eigene Sexualität und die Wahrnehmung von Frauen niederschlägt. Viele Ergebnisse alarmieren. So sprechen sich etwa Studienteilnehmer, denen Pornographie gezeigt wird, danach stärker gegen den Schutz von Frauen aus, befinden sie eher als mitschuldig an sexuellen Übergriffen, frei nach dem Prinzip „Sie hat es nicht anders gewollt“. Vielerorts gehört es bereits zum guten Ton, diese Forschung in den öffentlichen Diskurs zu integriert. Etwa in den USA, wo das renommierte Time Magazine im April eine Titelgeschichte zum Problemthema „Porn“ laufen ließ.

Es ist überdeutlich, Deutschland tut sich schwer mit dem Thema Sexismus – trotz aller Studien, Statistiken und Zahlen, die uns ebenso zur Verfügung stehen wie den Journalisten, Politikern und Bürgern anderer Länder. Wie schwer, das führte uns unlängst auch die TV-Sendung „Hart aber Fair“ vor Augen. Dort diskutierte man im Herbst 2015 derart unbeholfen zum Thema, dass man geradewegs in einen Eklat schlingerte. Es hagelte Kritik, die Sendung wurde aus dem Online-Archiv entfernt. Noch mehr Kritik war die Folge. Die Sendung wurde wieder eingestellt und man tat etwas in der Sendungsgeschichte Einmaliges: Die Gäste wurden erneut eingeladen, man diskutierte das Ganze da capo. Wirklich besser wurde es nicht.

Aus Sicht der modernen Kognitions- und Sprachforschung erstaunt es nicht, dass Deutsche beim Sexismus mit sich hadern. Uns fehlt der sprachliche Zugang zum Thema. Da stellt ein echtes Problem dar, denn es sind nicht Fakten an und für sich, die unsere Wahrnehmung der Welt und unsere Entscheidungen prägen, sondern die sprachlichen Deutungsrahmen, in denen sie vermittelt werden. Die immense Relevanz der Sprache für unser Denken und Handeln ist schnell erklärt. So befinden beispielsweise in Experimenten spanische Teilnehmer, Brücken seien ‚stark’ und ‚gefährlich’, während Deutsche diese als ‚elegant’ und ‚grazil’ einordnen. Der Grund: das spanische Wort für Brücke ist männlich (el puente), das deutsche hingegen weiblich (die Brücke), jeweilige stereotype Geschlechtermerkmale werden unbewusst auf den Gegenstand übertragen. Eine weitere Studie zeigt, wie sich sprachliche Deutungsrahmen über die Wahrnehmung hinaus bis in die Handlungsfähigkeit erstrecken. Man analysierte Korrelationen zwischen den Namen von Wirbelstürmen und ihrer Todesopfer und fand heraus: „Weibliche“ Stürme forderten mehr Tote, denn sie wurden unbewusst als weniger gefährlich eingestuft als „männliche“ Stürme, Menschen brachten sich nicht rechtzeitig in Sicherheit.

Sprache ist tatsächlich der Dreh- und Angelpunkt politischen Denkens und Handelns. Dinge, für die es keine passenden Begriffe gibt, lassen sich nicht nur schlecht diskutieren – sie lassen sich auch nicht verlässlich denken und in politische Handlungen umsetzen. „Hypokognition“ nennt die Kognitionsforschung dieses Problem. In den deutschen Diskursen zum Sexismus ist es allgegenwärtig.

Die „sexualisierte“ Gewalt, die 2016 zum Modewort wurde, ist ein gutes Beispiel. Der Begriff ist linguistischer Murks. Seine Bedeutung ist für das Gehirn nicht nur schwer fassbar, sondern führt gedanklich an dem Phänomen vorbei, dass beschrieben werden soll. „Sexualisieren“ bedeutet, die Sexualität von etwas in den Vordergrund zu stellen. In diesem Falle also die Gewalt. Die Sexualität des Opfers findet in dem Begriff nicht statt. Anders wäre das, spräche man von „sexualisierender“ Gewalt, also Übergriffen, die das Opfer sexualisieren. Damit käme man dem Kernproblem zumindest näher. Oder man könnte gleich das benennen, worum es geht. Nämlich Gewalt, die die Unversehrtheit der Opfer kompromittiert, indem sie deren sexuelle Körperlichkeit und Intimität verletzt. Kurzum: „sexuelle“ Gewalt, oder, in Anlehnung an „Sexualdelikt“, „Sexualgewalt“.

Auch unsere Debatten zum Thema „Frauen als Objekte“ ringen mit immensen Hypokognitions-Problemen. Viele Frauen machen nach wie vor die Erfahrung, wie Objekte behandelt zu werden. Und auch Werbung und Medien verkaufen Frauen und ihre Körper nach wie vor gerne. Was dabei niemandem aufzufallen scheint: Für diese Handlung gibt es kein Wort! Der Playboy objektifiziert die Frauen? Die Vergegenständlichung von Frauen durch die Werbeindustrie kommt oft ziemlich primitiv daher? Und nicht nur das Verb fehlt, sondern auch Adverb und Adjektiv. Stellen Sie sich vor, Ihre Tochter möchte Ihnen am sonntäglichen Frühstückstisch von Problemen in der Disko berichten: Papa, ich habe mich letzte Nacht total objektifiziert gefühlt? Die vergegenständlichte Frau auf dem Plakat in der U-Bahn fand ich ganz schön geschmacklos? Nicht wirklich. Auch hier greift das Gesetz der Hypokognition: Was nicht ausdrückbar ist, ob in Familie, Klassenzimmer, Beruf oder Politik, das ist schwer denkbar und handelnd umzusetzen.

Als letztes Beispiel sei die „Misogynie“ genannt – das aus dem Griechischen stammende Wort gibt es zwar im Deutschen. Doch seine Relevanz im alltäglichen Denken und Sprechen geht gen Null. Misogynie bedeutet im Kern die Idee, dass Frauen minderwertig und dem Manne von Natur aus untergeordnet sind. Der Begriff bezeichnet im Englischen – dort ist er gängig – zum Beispiel Handlungen gegen Frauen aufgrund ihres Geschlechts, vom Mobbing am Arbeitsplatz über das vulgäre Anmachen auf der Straße bis hin zur medialen Darstellung von Frauen als uneigenständig und dem Mann gefügig. Die deutsche Sprache kennt kein Pendant zu dem Begriff – diese wichtige Idee ist im Deutschen schlicht nicht ausdrückbar, und damit auch nur schwer denk- und diskutierbar.

Zwar haben wir Alternativen, wie „Frauenfeindlichkeit“ und „Frauenhass“. Allerdings, sie funktionieren nicht, denn sie sind in aller Regel unzutreffend. Menschen, die Frauen als dem Manne unterstellt wahrnehmen, haben weder feindliche Gefühle gegenüber Frauen, noch hassen sie diese. Sie glauben schlichtweg, dass es für Frauen besser ist, vom Mann kontrolliert, versorgt und beschützt zu werden. Patriarchalische Strukturen sind in diesem Denken ein Ausdruck von Liebe und Verantwortung für die Frau. Und auch wer als Mann eine Frau auf der Straße vulgär anmacht, hasst sie nicht, sondern will vielmehr soziale Kontrolle über sie ausüben, wenn auch nur für einen flüchtigen Moment.

Der Begriff „Frauenhass“ ist auch deshalb mit Vorsicht zu genießen, weil viele ihm automatisch das Konzept vom feministischen „Männerhass“ gegenüber stellen. Und damit gießt man Öl in das größte und gefährlichste Feuer, das unsere Sexismus-Debatte kennt: Die Idee, es ginge bei dem Schutz der Frauen vor Benachteiligung und Herabwürdigung um einen Kampf zwischen den Geschlechtern. Dieser Mythos ist so weit verbreitet, wie er unzutreffend ist.

Viele Frauen denken anti-feministisch, verhalten sich sexistisch. Viele Männer stellen sich gegen den Sexismus und befürworten feministische Politik. Die politische Spaltung zu diesem Thema betrifft zwar die Ungleichbehandlung der Geschlechter – aber sie ist keine Spaltung zwischen den Geschlechtern, sondern eine ideologische Spaltung.

Die moderne Ideologieforschung kennt sie als die Spaltung zwischen dem „fürsorglichen“ und dem „strengen“ Wertemodell. Das „fürsorgliche“ Modell gründet auf Werten wie Empathie, Schutz vor psychischer und körperlicher Gewalt und der Gleichwertigkeit von Menschen. Positionen, die sich für die Politik typischerweise aus ihm ergeben, sind soziale Fürsorge, Verbraucher- und Umweltschutz und Schutz vor Diskriminierung, etwa von Homosexuellen, Muslimen, Schwarzen oder eben Frauen. Das „strenge“ Modell hingegen hebt Werte hervor wie Wettkampf und Disziplin, eine naturgegebene Rangordnung unter Menschen und die Relevanz männlicher Autoritäten für geordnetes Miteinander und die Verteidigung von Familie und Land. Klassische politische Positionen des „strengen“ Modells sind beispielsweise Niedrigbesteuerung, das Eheverbot für Homosexuelle und das Abtreibungsverbot und die Befürwortung von Waffenbesitz, Militäreinsetzen und strengen Verhörmethoden.

Wer eine „fürsorgliche“ Ideologie hat, stellt sich politisch in der Regel gegen den Sexismus, denn er wird als ein Schadennehmen am Wohle und an der Unversehrtheit gleichwertiger Mitmenschen begriffen. Wer hingegen eine „strenge“ Weltsicht hat, lehnt eher den Feminismus ab, denn er wird als unmoralischer Eingriff in die natürliche Ordnung und in das Kräftemessen im offenen Wettbewerb gesehen.

Während also „fürsorgliche“ Politik mehr Schutz und Unterstützung für Frauen will, machen viele Begriffe in der Debatte die ideologische Grundlage dieses Anliegens nur schwer vermittelbar. Darunter fallen auch ganz zentrale Begriffe, wie „Rechte für Frauen“, „Frauenquote“ und „Frauenpolitik“. Die werden zwar kollektiv über ideologische Lager hinweg bemüht, liefern aber eine moralische Bewertungen der Situation, die eher „strengen“ Werten entspricht.

„Rechte für Frauen“ aktiviert einen Deutungsrahmen der ungleichen Behandlung von Männer und Frauen. Man tut etwas „für“ Frauen. Sie erfahren eine Extrabehandlung. Die Männer hingegen bekommen nichts, was sie sich nicht aus eigener Kraft verdienen. All das steckt tatsächlich in dem Wörtchen „für“. Man tut etwas für einen Freund, hat ein Geschenk für einen Freund. „Für“ impliziert, dass man etwas Positives bekommt, ohne etwas dafür zu tun. Die Bezeichnung „Rechte für Frauen“ lädt geradewegs zu ideologisch „strenger“ Empörung ein: Es ist falsch, Menschen Dinge zukommen zu lassen, die sie sich nicht im fairen Wettstreit mit anderen erarbeitet haben! Ein entgegengesetzter Deutungsrahmen würde aktiviert, spräche man von Rechten „gegen“ die Entmündigung, „gegen“ die systemische Benachteiligung, „gegen“ die sexuelle Ausbeutung und Herabwürdigung von Frauen. Denn sich gegen etwas zu positionieren bedeutet, einer negativen Sache Einhalt zu gebieten, sie zu stoppen. Eine Sprache also, die das „fürsorgliche“ Anliegen, Menschen vor Schaden zu schützen, in den Vordergrund stellen würde.

Auch der Begriff „Frauenquote“ ist ideologisch einseitig. Er fragt, wie viele Frauen mindestens in einem jeweiligen Kontext eingestellt sein müssen. Die unbewusste Schlussfolgerung: es wird festgelegt, wie viel Raum Frauen einnehmen und dabei Männer aus eben diesem Raum verdrängen werden. Die Sache wird als eine Frage der Bevorteilung von Frauen zum Nachteil der Männer begriffen. Ein ganz anderer Blick auf die Sache würde vermittelt, spräche man von einer „Männerquote“. Mit dieser Bezeichnung würde man fragen, wie viel Raum höchsten von Männern eingenommen werden sollte, wie viel Raum jeweils für Frauen frei bleiben müsse. Nicht zuletzt könnte man natürlich auch ganz neutral von einer „Geschlechterquote“ sprechen.

Selbst Begriffe wie „Frauenbeauftragte“, „Frauenpolitik“ und „Frauenschutzhäuser“ können aus Sicht der modernen Kognitions- und Sprachforschung ein echtes Problem darstellen. Denn sie erschweren „fürsorgliche“ Politikgestaltung in solchen Bereichen, in denen es tatsächlich um den besonderen Schutz von Frauen angesichts geschlechtsspezifischer Sicherheitslücken in unserer Gesellschaft geht. Zum Beispiel das Risiko von Frauen, Opfer häuslicher Gewalt, sexueller Ausbeutung durch Prostitution, sexueller Übergriffe oder der öffentlichen Herabwürdigung durch vulgäre Anmachen und Drohungen im öffentlichen Raum zu werden. Bezeichnungen wie „Frauenpolitik“ betonen die Frauen als Opfer der Situation. Was sprachlich und gedanklich unter den Tisch fällt, sind die Ursachen der besonderen Bedrohungen, die Frauen in unserer Gesellschaft erleben – nämlich gewaltbereite Männer und eine Kultur, die Gewalt gegen Frauen toleriert oder sogar propagiert, inklusive einer Politik, die sich nicht schützend vor Frauen und Mädchen stellt.

 

Der Ideologieflüsterer

by Elisabeth Wehling, published in FORUM

Donald Trump jetzt noch als republikanischen Kandidaten zu verhindern, dürfte schwer werden. Und allerorts herrscht Verwirrung darüber, worin sie gründet, diese unermessliche Unterstützung für den Milliardärs-Kandidaten unter den Amerikanern.

 

 

Man sucht nach unkonventionellen Antworten für das Phänomen Trump und findet sie. Wut und diffuse Existenzangst attestiert man seinen Anhängern etwa. Außerdem einen Hang zu einfachen Lösungen, simplen Ideen, kurz: Populismus. Diese Einschätzungen sind nicht falsch. Wer zu Aggression und Angst neigt, ist schneller für extrem konservative Politik zu begeistern, das zeigt die Forschung. Und auch das Bedürfnis nach definitiven Antworten (Cognitive Closure) und einfachen Erklärungen (Direct Causation) macht Menschen zugänglich für rechtspolitische Positionen.

 

Aber der wahre Grund für Trumps Erfolg liegt woanders, liegt tiefer. Er speist sich aus der moralischen Seele seiner Anhänger. Wie kein anderer versteht es der Milliardär, in den Köpfen der Wähler eine Ideologie abzurufen, die die politische Kognitionsforschung als konservative „strenge“ Weltsicht kennt. Sie umfasst Werte wie Wettbewerb, Disziplin und Hierarchie. Ihr gegenüber steht die progressive „fürsorgliche“ Weltsicht, die etwa Empathie, Kooperation und Schutz hervorhebt.

 

Studien zeigen, dass ideologisch „strenge“ Kampagnen zu einem unmittelbaren Rechtsruck unter Wählern führen, während „fürsorgliche“ Kampagnen die Wählerschaft nach links rücken lassen. Donald Trump weiß das. Seine Berater wissen es auch. Und so mobilisieren sie erfolgreich Superreiche ebenso wie die Ärmsten der Armen. Letztere wählen den Milliardär wohlgemerkt völlig entgegen ihres Interesses an sozialer Fürsorge und Umverteilung, was viele erstaunt. Die Forschung aber gibt eine Erklärung: Es sind primär Werte, die politische Entscheidungen steuern, nicht einzelne Interessen oder Programmdetails.

 

Trump nutzt und propagiert mit seiner Kampagne die „strenge“ Weltsicht. Er tut das besser als seine republikanischen Mitstreiter. Und weil viele Amerikaner über Jahrzehnte erzkonservativer Diskurse und Politikgestaltung darauf trainiert sind, Politik durch die „strenge“ Linse zu sehen – von Waffenfreiheit und Abtreibungsverbot über Deregulierung und Privatisierung bis hin zu Todesstrafe und Angriffskriegen – ist Trumps Wahlkampf ein Stück weit „smooth sailing“, wie man in den USA sagt: Er führt sich eigentlich ganz einfach, fast wie von selbst. Man muss die „strenge“ Weltsicht nur ein wenig intensiver, strahlender aufleuchten lassen als die politischen Mitstreiter, sie hier und dort gar ins Karikative überzeichnen. Nichts anderes tut Trump. Auf gleich fünf Säulen „strenger“ Ideologie baut sein Team die Kampagne auf: Selbstbezogenheit, Sozialdarwinismus, Hierarchie, Fürsorge für die eigene Gemeinschaft und ihre Verteidigung gegen das Böse auf der Welt durch eine starke, männliche Autoritätsfigur.

 

Der erste Wert, die Selbstbezogenheit, ist das A und O des erzkonservativen Freiheitsgedankens in den USA. Danach sollen Menschen primär ihr eigenes Wohl im Blick haben und gegen ihre Mitbürger durchsetzen. Jeder muss frei sein, auf diese Weise für sich selbst zu sorgen. Dann maximiert sich das Wohlergehen aller. Donald Trump bedient diese Idee hervorragend. Er ist Egoist durch und durch, treibt es auf die Spitze, indem er seinen Namen zur Marke erhebt. Trump Tower. Trump Hotels. Trump Entertainment. ,Schaut her, wie erfolgreich ich mein Eigeninteresse verfolge’ ist seine Message, inklusive groß inszenierter Selbstfinanzierung seiner Kampagne unter dem Motto ‚Trump for Trump’. „Man kann nie zu gierig sein“ sagt er gerne und oft, und wo andere Kandidaten das Kollektiv betonend von „wir“ sprechen, bewegt sich Trump in der Ersten Person Singular. Das Wort „ich“ macht bis zu sieben Prozent seiner Sprache in TV-Debatten aus, im Schnitt doppelt so viel wie bei seinen republikanischen Mitstreitern Marco Rubio und Ted Cruz.

Für „strenge“ Amerikaner macht ihn seine Selbstbezogenheit zum idealen Präsidenten. Er wird das Prinzip außenpolitisch realisieren, etwa gegen „Wirtschaftsfeinde“ wie China, und innenpolitisch durchsetzen, etwa durch den Abbau sozialer Infrastruktur.

 

Der zweite „strenge“ Wert, den das Team Trump geschickt für sich beansprucht, ist der Sozialdarwinismus. Er besagt, dass ungezügelter Ressourcenwettkampf die menschliche Spreu vom Weizen trennt: Starke schaffen es nach oben, Schwache werden im Kampf gestärkt. Dieses natürliche Selektions- und Motivationssystem nicht zu stören, ist ein zentrales Anliegen „strenger“, konservativer Politik. Hohe Steuern für Reiche sind eine ungerechte Bestrafung individueller Stärke. Staatliche Fürsorge gilt als unmoralisch, sie verwehrt es Menschen aus der Not heraus Selbstdisziplin zu entwickeln.

Trump formuliert diese Ideen offensiv. Seine erste Amtshandlung wäre die Abschaffung der erweiterten Gesundheitsversorgung, stellt er fest, und: „Je mehr Steuern der Staat erhebt, desto weniger Anreiz haben die Menschen [...]. Jedes System, das den Erfolg und das Gewinnen bestraft, ist unmoralisch“.

Noch bedeutsamer für Trumps Erfolg aber ist, dass der Glaube an das Survival of the Fittest in der ungezügelten Marktwirtschaft den Milliardär zum idealen Präsidenten macht, durch natürliche Auslese, also ganz objektiv. Weil Trump das weiß, stilisiert er sich als „reicher Kandidat“, verweist regelmäßig darauf, dass seine Kritiker weniger Geld erwirtschaftet haben als er, und protzt unverhohlen, wo er nur kann. Darüber schütteln viele ungläubig den Kopf. Wundern sich, wo denn der Neid des kleinen Mannes bleibe. Doch Trump protzt mit Plan. „Das Gute an mir ist, dass ich reich bin,“ sagte er unlängst, „Reiche Menschen sind reich, weil sie schwierige Probleme lösen“. Dass diese Worte direkt dem sozialdarwinistischen Einmaleins entnommen sind, ist kein Zufall.

 

Die dritte Säule der Trump-Kampagne ist die sogenannte natürliche Hierarchie. Sie geht von einer gottgegebenen Rangordnung aus, nach der einige Menschen moralische Autorität über andere besitzen: Männer über Frauen, Weiße über Nicht-Weiße, Hetero- über Homosexuelle, Gesunde über Nicht-Gesunde und so weiter. Auch wer selber nicht zu den Autoritäten zählt, kann an das System glauben. So unterstützen etwa Frauen in „strengen“ Familien oft die absolute Autorität ihrer Ehemänner gegenüber den Kindern oder im Bekanntenkreis. Im Politischen führt das Prinzip zur Agitation gegen und Bevormundung von als weniger mündig und wertig begriffenen Menschen. Das Abtreibungsverbot gegen Frauen, die Ablehnung positiver Diskriminierung (Affirmative Action) gegen Schwarze und das Eheverbot gegen Homosexuelle sind Beispiele. Political Correctness, also die Idee, niemandem aufgrund von Merkmalen wie Geschlecht oder Hautfarbe die Rechte und Privilegien vorzuenthalten, die andere genießen, ist eines der größten Feindbilder für „strenge“ US-Bürger. Laut lamentiert das konservative Amerika über den unrechtmäßigen Eingriff in die gottgegebene Rangordnung unter Menschen. Frei nach dem Motto: Wenn die Natur es anders gemeint hätte, wäre es anders.

Und Trump? Er besänftigt das „strenge“ Amerika, gibt ihm Hoffnung. „Das größte Problem, das unser Land heute hat, ist die Political Correctness“ sagt er, äfft auf einer Pressekonferenz einen behinderten Journalisten nach, und verweist sowohl die Mexikaner („Allesamt Vergewaltiger!“) als auch die Schwarzen („Alle faul, geht doch zurück nach Afrika!“) auf ihren Platz. Sein größter Joker in dieser Sache aber ist der Sexismus, der in Amerika weitaus salonfähiger ist als allzu überzogener Rassismus. „Fette Schweine“ und „Hunde“ nennt er Frauen, die ihm nicht gelegen kommen. Die erfolgreiche Unternehmerin Arianna Huffington sei „unattraktiv“, ihr Mann habe sie zu Recht verlassen. Heidi Klum sei bedauerlicherweise schon lange keine herausstechend schöne Frau mehr und Hillary Clinton habe sich als Präsidentin disqualifiziert, als sie ihren Mann nicht mehr sexuell befriedigen konnte. Außerdem sei sie in den Vorwahlen 2008 von Barack Obama „geshlonged“, als sinngemäß von ihm mit seinem halb steifen Glied geschlagen worden, als sie verlor. Über seine republikanische Konkurrentin Carly Fiorina sagt er: „Sehen Sie sich doch das Gesicht an! Würde irgendwer das wählen?“. Frauen an seiner Seite nennt der Milliardär hingegen seinen „Besitz“, konstatiert, der große Unterschied zwischen ihm und anderen Kandidaten sei, dass „seine“ Frauen schöner seien und zieht Resümee: „Es ist letztlich unerheblich, was Medien schreiben, solange Du über ein junges und wunderschönes Stück Hintern verfügst“.

Egal, ob der eigene Glaube an die natürliche Hierarchie seine Umsetzung in Rassismus, Sexismus oder Homophobie findet, das „strenge“ Amerika weiß: Mit einem Präsidenten Trump ist in diesem Land keine Political Correctness zu machen. Damit ist ein wichtiger Wert des „strengen“ Systems geschützt.

 

Das vierte Standbein der Trump Kampagne ist der wohlwollende Umgang mit der eigenen Ingroup. Während die „fürsorgliche“ Weltsicht sowohl individuelle als auch soziale Fürsorge betont und als einander bedingend begreift, ist die ausschließliche intensive Fürsorge für die eigene Gemeinschaft ein „strenger“ Wert. Man sorgt für Seinesgleichen, und zwar gut. Andere gehen einen nicht an. Trump vertritt diese Idee nachdrücklich, zum Beispiel indem er eine Mauer an der mexikanischen Grenze verspricht, alle illegalen Einwanderer umgehend des Landes verweisen will und die Vergabe von Arbeitsplätzen an qualifizierte Einwanderer, etwa aus der EU oder Indien, stoppen und Firmen stattdessen zur Einstellung von US-Bürgern zwingen will. Gelder für Flüchtlingshilfe sollen umverteilt werden und fortan der Bildung amerikanischer Kinder zugute kommen. Trumps Vorhaben sprechen der „strengen“ Bevölkerung aus der Seele, er holt die Bürger bei dem Wert der Ingroup-Fürsorge gekonnt ab.

 

Die fünfte Ideologiesäule des Kandidaten Trump ist die wohl bekannteste Geschichte „strenger“ Moral: Die Welt ist gespalten in Gut und Böse, und um die eigene – selbstredend gute! – Gemeinschaft zu verteidigen, braucht es eine starke männliche Autorität, die nicht zimperlich ist und auch mal zupacken kann – zum Beispiel in Form von Angriffskriegen oder Folter.

Trump zeigt, dass er der Typ ist, der genau das kann: He’s the man for the job. Er gibt sich bei TV-Debatten und Interviews als Aggressor und Pöbler und ruft bei Wahlveranstaltungen zu Gewalt gegen Demonstranten auf. Trump stilisiert sich als Schulhofrowdy. Nicht gerade zufällig versieht er Marco Rubio mit dem Spitznamen „little Marco“ und betont die Größe seines Geschlechtsteils, ein weltweites Symbol für männliche Kraft und Autorität. Er verspricht den Amerikanern, nicht nur Waterboarding, sondern „unendlich viel härtere“ Foltermethoden im Kampf gegen das Böse einzuführen. Muslime sollen nicht länger einreisen dürfen, Familien von bekannten Terroristen getötet werden. ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn’, so lautet das „strenge“ Motto für den Umgang mit dem Feind, den man im Zweifel mit seinen eigenen Waffen schlagen muss.

Er wird sie verteidigen, seine Amerikaner, ohne Samthandschuhe, ohne Diplomatie, und mit all seiner männlichen Kraft und scheppernden Autorität. Das „strenge“ Amerika erkennt in dem Archetyp, den Trump hier andient, intuitiv seinen Beschützer und obersten Feldherren. Wer meint, Trump pöbele und rüpele sich aus mangelnder Erfahrung mit politischer Etikette durch den Vorwahlkampf, irrt gewaltig.

 

Selbstbezogenheit, Sozialdarwinismus, natürliche Hierarchie, Fürsorge für die Seinen und männliche Kraft und Unerschrockenheit im Kampf gegen das Böse –Trumps Kampagne bedient diese Werte wie es im Buche steht. Und sie tut es in einer Diktion, die nach der modernen Neuro- und Kognitionsforschung hoch effektiv ist. Donald Trump spricht eine sogenannte Basic-Level Sprache, nutzt also Konzepte, die man anfassen, sehen, riechen, schmecken oder hören kann. Politische Kommunikation auf dem Basic-Level, so zeigt die Forschung, aktiviert im Vergleich zu abstrakter Sprache mehr Schaltkreise im Gehirn, nimmt stärkeren Einfluss auf das Entscheidungsverhalten und prägt sich besser ins Gedächtnis ein. Und so erstaunt es nicht wirklich, dass eine Analyse der TV-Debatten ergibt, dass Donald Trump auf dem Niveau eines Viertklässlers spricht, während sich etwa Ted Cruz auf dem Niveau eines Zehntklässlers bewegt. Wer Trump angesichts solcher Befunde für seine einfache Sprache belächelt und meint, er erreiche damit vornehmlich das verdummte oder wenig gebildete Publikum, der hinkt seiner Zeit hinterher.

 

Donald Trumps Wahlerfolge gelten vielerorts als Zeugnis für eine neue politische Beliebigkeit bei den amerikanischen Wählern. Diese Einschätzung ist falsch. Amerikaner wählen ganz und gar nicht „alles und jeden“. Sie wählen, wie alle Menschen, ihre Werte, auch entgegen materiellen Eigeninteressen. Im Falle Donald Trumps sind es „strenge“ Werte. Bernie Sanders setzt dem eine Kampagne der „fürsorglichen“ Werte entgegen. Die politische Mitte, also die rund dreißig Prozent der Wähler, die sowohl der „strengen“ als auch der „fürsorglichen“ Weltsicht etwas abgewinnen können, hören dieser Tage sehr genau hin. Ebenso die Republikaner. Zwar sind sie genervt von der Person Trump. Er macht sie lächerlich, ist lästig. Aber langfristig profitiert der konservative Flügel in Amerika von Trumps „strenger“ Kampagne, die das Volk bis zum Umfallen mit erzkonservativer Ideologie beballert.

 

Das weiß man in Washington. Und wartet ab. Den vielerorts prophezeiten Neuanfang der Republikaner nach der „Trump-Blamage“ inklusive einer Orientierung hin zu moderateren Diskursen und gemäßigterer Politikgestaltung wird es nicht geben. Das Gegenteil wird der Fall sein. Trump hat neues „strenges“ Terrain in den Köpfen der Amerikaner begehbar gemacht. Strenge Ideologie auf die Spitze getrieben – das funktioniert. Das weiß man jetzt und wird es umsetzen, ob mit, ohne oder nach Trump.